Informationen für

internationale Studierende

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Wie finanzieren internationale Studierende ihr Studium?

Die Studienfinanzierung gehört zu den schwierigsten und wichtigsten Themen, die internationale Studierende klären müssen. Bereits für das Visum und später auch für die Aufenthaltserlaubnis müssen internationale Studierende nachweisen, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ihr Studium in Deutschland zu finanzieren. Aktuell fordern die deutschen Behörden einen Nachweis über 10.332 Euro pro Studienjahr. Dieser Finanzierungsnachweis soll sicherstellen, dass internationale Studierende ihr Studium eigenständig finanzieren können. Denn sie haben in der Regel keinen Anspruch auf staatliche Hilfen in Deutschland.

Auch wenn man den Finanzierungsnachweis erbracht hat, sind noch nicht alle Finanzsorgen beseitigt. Mit einem Budget von rd. 10.000 Euro pro Jahr ist in Deutschland nur ein bescheidenes Leben möglich!

Internationale Studierende sind häufig darauf angewiesen neben dem Studium zu jobben, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren; doch sie dürfen nur eingeschränkt arbeiten. Finanzielle Schwierigkeiten gehören leider häufig zum Alltag vieler internationaler Studierender.

 

Video: Tipps für internationale Studierende – Wie finanziere ich mein Studium in Deutschland

Wie finanzieren deutsche Studierende ihr Studium?

Um das deutsche System zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie deutsche Studierende ihr Studium finanzieren: In Deutschland müssen die Eltern die Ausbildung der Studierenden finanzieren. Studierende erhalten im Durchschnitt ungefähr die Hälfte ihres Geldes von den Eltern. Ein Viertel ihres Budgets erarbeiten sie sich selbst. Die staatliche Studienförderung (BAföG) macht einen kleinen Teil des Budgets aus. Nur drei Prozent der deutschen Studierenden erhalten ein Stipendium.

Mehr Planungssicherheit: das Servicepaket der Studierendenwerke

Einige Studierendenwerke bieten Servicepakete an, die Studienanfängern aus dem Ausland mehr Planungssicherheit für ihr erstes Studienjahr geben: Servicepakete können bereits im Heimatland gebucht werden. Für einen Fixpreis erhält man Wohnraum, Verpflegung und Krankenversicherungsschutz. Die Servicepakete beinhalten zum Teil aber auch Freizeitaktivitäten und helfen auch dabei, sich in Deutschland einzuleben. Sie werden auf den Finanzierungsnachweis, den man für die Aufenthaltserlaubnis nachweisen muss, angerechnet.

Wie hoch sind die monatlichen Kosten?

Lebenshaltungskosten hängen von deinem Lebensstil ab. Doch durchschnittliche Mietpreise, Kosten für Ernährung und Krankenversicherung kann man persönlich nicht beeinflussen, sparsam leben alleine hilft also nicht. Der größte Teil der monatlichen Ausgaben von Studierenden entfällt auf die Miete.

  • Miete: im Studierendenwohnheim durchschnittlich 260 Euro, auf dem freien Wohnungsmarkt wesentlich mehr
  • Kaution: max. drei Monatsmieten
  • Krankenversicherung: ca. 95 Euro monatlich
  • Semesterbeitrag, je nach Hochschule: 100-300 Euro pro Semester (z.T. inkl. Semesterticket)
  • Gebühren Ausländerbehörde: für die Ersterteilung einer Aufenthaltserlaubnis fallen Gebühren von meist 100 Euro an
  • für jede Wohnung muss ein Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro bezahlt werden (für öffentlich-rechtliche Medien)

Tutorentipp

Andrea, Studentenwerk Magdeburg

In einigen Städten gibt es verschiedene internationale Supermärkte in denen du vielleicht sogar Produkte aus deinem Heimatland kaufen kannst.

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DSW | Jan Eric Euler
DSW | Jan Eric Euler

Informationen des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zu Gebühren für internationale Studierende und Zweitstudium.

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Welche Gebühren fallen pro Semester an der Hochschule an?

In Deutschland gibt es in der Regel keine Studiengebühren für internationale Studierende, nur in einem Bundesland und zwar in Baden-Württemberg. Nicht betroffen sind internationale Studierende aus EU-/EWR-Staaten und der Schweiz.

Auch Masterprogramme und einzelne Kunst- und Musikhochschulen können kostenpflichtig sein.

Ansonsten bezahlen internationale Studierende lediglich ihre Einschreibe- bzw. Rückmeldegebühr. Mit der Einschreibung erhalten Studierende ihren Studierendenausweis. Dieser bringt viele Vergünstigungen mit sich: beim Bankkonto, zum Teil bei Telefonanbietern, aber auch im Kino und Theater.

Semesterbeiträge fallen jeweils bei der Einschreibung und der Rückmeldung an. Sie bestehen aus dem Beitrag für Verwaltungsgebühren, die studentische Selbstverwaltung (AStA) an der Hochschule, einem Beitrag für das Studierendenwerk (für Mensen, Wohnheime, Kultur und Beratung) und ggf. dem Semesterticket. Der Semesterbeitrag beläuft sich auf etwa 100-300 Euro.

Studierende, die länger als die vorgesehene Semesterzahl studieren, müssen mit erhöhten Kosten rechnen. Denn die meisten Bundesländer erheben Langezeitstudiengebühren. Wer die Regelstudienzeit deutlich überschreitet, bezahlt zusätzlich rund 500 Euro pro Semester.

Im Gegensatz zu den grundständigen Studiengängen sind weiterführende Studiengänge, wie Master- oder PhD-Programme oft kostenpflichtig. Die Kosten für die weiterführenden Studiengänge fallen zusätzlich zu den Einschreibe- und Rückmeldekosten an.

Es gibt in keinem Bundesland Studiengebühren, außer in Baden-Württemberg. Zum Wintersemester 2017/2018 wurden dort Studiengebühren für internationale Studierende eingeführt. Weitere Informationen dazu gibt die Universität oder Hochschule.

Wer fördert Studierende?

Im Unterschied zu anderen Ländern vergeben Universitäten in Deutschland kaum Stipendien. Wichtigster Stipendiengeber für internationale Studierende ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Vor allem fortgeschrittene Studierende oder Graduierte können sich um ein Stipendium bewerben. Der DAAD ist in vielen Ländern durch Außenstellen oder Lektoren an den Hochschulen im Fachbereich Germanistik/Deutsch als Fremdsprache vertreten. So kann man sich bereits im Heimatland über die Stipendienmöglichkeiten beraten lassen.
Wichtige Ansprechpartner für die Studienförderung sind außerdem die Stiftungen und Begabtenförderungswerke. Auch sie bieten Stipendien für internationale Studierende an. Die Bedingungen sind jedoch bei jeder Institution unterschiedlich und müssen direkt dort erfragt werden. Das mag mühsam sein, aber es kann sich lohnen!
Studierende, die über ein Austauschprogramm einreisen, können häufig an ihrer Heimatuniversität finanzielle Unterstützung beantragen.

Stipendien-Datenbank des DAAD Zu den Begabtenförderungswerken Begabtenförderung im Hochschulbereich