Deutsches Studentenwerk

Mit oder ohne Steuernummer?

Wer in Deutschland arbeitet, braucht in der Regel eine Steuernummer. Diese erhalten Sie im Bürgeramt ihres Wohnortes. Allerdings gibt es auch so genannte geringfügige Beschäftigungen (Minijob); dafür benötigen Sie in der Regel keine Lohnsteuerkarte.

Grundsätzlich gilt: Für die verschiedenen Beschäftigungsformen fallen auch verschiedene Sozialabgaben an.

Geringfügige Beschäftigung = 450 Euro Job = Minijob

Wenn Studierende längerfristig eine Beschäftigung ausüben, mit der sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, gilt die so genannte Mini-Job Regelung: Sie müssen keine Steuern bezahlen und können sich von den Beiträgen zur Rentenversicherung befreien lassen.

Der Arbeitgeber jedoch zahlt für die Mini-Jobber Beiträge zur Rentenversicherung; sie erwerben so Ansprüche in der Rentenversicherung. Studierende können den Beitrag des Arbeitgebers durch eigene, freiwillige Beiträge zusätzlich erhöhen.

Minijobs gibt es auch in Privathaushalten - für Sie als Arbeitnehmer gibt es rechtlich aber kaum Unterschiede zu Minijobs in der Wirtschaft.

Minijobs werden vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Wenn Sie gleichzeitig mehrere Minijobs ausüben, muss das Gesamteinkommen unter 450 Euro bleiben. Ansonsten müssen Sie Steuern bezahlen.

Mehr als geringfügige Beschäftigung

Wenn Sie in Ihrem Job regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdienen, brauchen Sie in Deutschland eine Steuernummer. Ihnen werden automatisch bestimmte Abzüge vom Lohn einbehalten: Für Studierende ist dies der Beitrag zur Rentenversicherung sowie die Steuern. In der Regel erhalten Studierende ihre Steuern am Jahresende jedoch wieder zurück. Dazu müssen sie beim Finanzamt eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

Wie viel Prozent ihres Einkommens als Beitrag zur Rentenversicherung abgeführt wird, hängt von der Höhe Ihres Einkommens ab. Liegt das Einkommen zwischen 450 und 850 Euro, fallen reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung an. Die Beiträge steigen schrittweise an, ab 850 Euro monatlichem Einkommen zahlen Studierende den vollen Rentenversicherungsbeitrag von 9,45 Prozent.

Studierende, die bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, können in ihrer studentischen Krankenversicherung versichert bleiben. Bei mehr als 20 Stunden Arbeit die Woche fallen neben den Beiträgen zur Rentenversicherung in der Regel auch Beiträge zur Krankenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung an!

Arbeiten in den Semesterferien ("vorlesungsfreie Zeit")

Während der Semesterferien gelten besondere rechtliche Regelungen für Studierende.

Jobs während der Semesterferien sind steuerpflichtig, aber auch hier erhalten Studierende ihre bezahlten Steuern am Jahresende über den Einkommensteuerausgleich zumeist zurück.

Fällt die Beschäftigung ausschließlich in die vorlesungsfreie Zeit, so müssen Studierende keine gesonderten Beiträge zur Krankenversicherung bezahlen, selbst wenn sie mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Während der Semesterferien kann die Pflicht entfallen, in die staatliche Rentenversicherung einzahlen zu müssen: Das gilt, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf höchstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr beschränkt ist.

Honorarkräfte, Werkverträge, freiberufliche oder selbstständige Tätigkeiten

Manchmal werden Studierenden auch Tätigkeiten auf freiberuflicher Basis angeboten. Wenn Sie selbständig arbeiten, benötigen Sie keine Lohnsteuerkarte.

In diesem Fall bittet Sie Ihr Arbeitgeber bzw. Ihr Auftraggeber meistens, eine Rechnung einzureichen, oder Sie vereinbaren mit ihm einen Werkvertrag.

Einnahmen, die Sie so erzielen, werden vorläufig nicht versteuert. Sie müssen diese Einnahmen jedoch am Jahresende beim Finanzamt melden und eine Einkommenssteuererklärung einreichen.

Achtung: Internationale Studierende, die nicht aus der EU oder dem EWR kommen, dürfen keine selbstständigen Tätigkeiten ausüben!

Hilfreiche Links und Informationen:

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