Deutsches Studentenwerk

Studieren und Arbeiten

Geld verdienen neben dem Studium, das gehört für viele Studierende in Deutschland zum Alltag. Insgesamt sind etwa zwei Drittel aller Studierenden auch erwerbstätig, weist die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks nach.

Gerade für internationale Studierende ist der Nebenjob wichtig für den Lebensunterhalt. Allerdings können Studierende, die nicht aus EU- oder EWR-Ländern kommen, in Deutschland nur eingeschränkt arbeiten.

Zwei Warnungen:

  • Wer zu viel und fachfremd arbeitet, verlängert sein Studium. Man sollte verstärkt die vorlesungsfreie Zeit nutzen, um zu arbeiten.

  • Der Arbeitsmarkt für Studierende ist nicht ausreichend; es gibt nicht für alle Angebote auf dem studentischen Arbeitsmarkt. Auch Deutschkenntnisse spielen hier eine Rolle.

In welchem Umfang darf ich arbeiten?

Internationale Studierende, die nicht aus der EU oder dem EWR kommen, dürfen 120 volle oder 240 halbe Tage im Jahr arbeiten. Dafür brauchen sie keine Zustimmung der Agentur für Arbeit, der deutschen Zentralbehörde.

Allerdings dürfen sich internationale Studierende, die nicht aus der EU kommen, in der Regel nicht selbstständig machen oder freiberuflich arbeiten!

Wenn du mehr als 120 volle oder 240 halbe Tage arbeiten willst, brauchst du die Zustimmung der Agentur für Arbeit und der Ausländerbehörde. Bitte wende dich diesbezüglich an die zuständige Ausländerbehörde.

Eine Ausnahme ist allerdings die Arbeit als wissenschaftliche oder studentische Hilfskraft: Solange das Studium nicht gefährdet ist, kann diese zeitlich unbegrenzt ausgeübt werden. Die Ausländerbehörde muss aber trotzdem informiert werden, wenn du als wissenschaftliche oder studentische Hilfskraft arbeiten willst.

Sprachkursbesucher/ Studienkollegs

Wenn du einen Sprachkurs besuchst oder im Studienkolleg studierst, gelten strengere Bestimmungen als für regulär eingeschriebene Studierende. In diesem Fall darfst du nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde und der Agentur für Arbeit arbeiten - und auch nur in der vorlesungsfreien Zeit.

Studierende aus der EU und dem EWR

Grundsätzlich gilt: Studierende aus der Europäischen Union und dem EWR sind praktisch den deutschen Studierenden gleichgestellt und haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Sie sind als Studierende anzusehen und nicht als Arbeitnehmer, wenn der Job in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche umfasst.

Achtung: Sofern EU- oder EWR-Studierende/r in Deutschland einen studentischen Nebenjob aufnehmen oder ein bezahltes Praktikum absolvieren, müssen sie sich über eine deutsche Krankenversicherung versichern. Hiervon gibt es nur in wenigen Fällen Ausnahmen - frag also bei deiner Krankenversicherung nach.

Praktika

Wenn du nicht aus der EU oder dem EWR kommst und in Deutschland ein Praktikum absolvierst, zählt das als reguläre Arbeit - selbst dann, wenn das Praktikum unbezahlt ist. Jeder Tag im Praktikum wird von deinem 120-Tage-Guthaben abgezogen.

Wenn du zum Beispiel schon 120 Tage gearbeitet hast, musst du für ein Praktikum die Zustimmung der Ausländerbehörde einholen.

Davon ausgenommen sind nur Praktika, die verpflichtender Bestandteil deines Studiums sind.

Mehr dazu im Internet

Arbeit finden

Die regionalen Stellen der Agentur für Arbeit haben meist eine Job-Vermittlung für Studierende. An einigen Hochschulstandorten gibt es Jobvermittlungen des Studentenwerks. Auch auf den Webseiten der Hochschulen und Studentenwerke gibt es oft Jobbörsen.


Mehr dazu im Internet

Auf der Webseite der Agentur für Arbeit  findest du auch Nebenjobs:

www.arbeitsagentur.de

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Sozialabgaben und Steuern - gar nicht so schwierig!

In Deutschland werden verschiedene Sozialabgaben sowie die Steuern automatisch vom Verdienst abgezogen. Für Studierende gelten aber häufig großzügige Regeln. Sie zahlen entweder nur reduzierte oder gar keine Abgaben.

Lohnsteuer

Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin in Deutschland muss Steuern bezahlen. Die Höhe der Steuern hängt vom Einkommen ab. Wer einen so genannten Minijob ausübt und 450 Euro im Monat verdient, muss jedoch keine Steuern bezahlen.

Wenn man weniger als 9.408,- Euro im Jahr verdient, bekommt man am Jahresende die bezahlten Steuern wieder zurück, wenn man beim Finanzamt eine Einkommenssteuererklärung einreicht.

Rentenversicherung

Alle Arbeitnehmer in Deutschland müssen von ihrem Verdienst einen Beitrag in die staatliche Rentenversicherung einzahlen. Im Normalfall sind es 9,45% des Einkommens.

Studierende bezahlen meist geringere Beträge. Einkommen von bis zu 450 Euro bleibt beitragsfrei. Bei einem Einkommen zwischen 450 und 850 Euro im Monat bzw. Arbeitszeiten über 20 Stunden wöchentlich fallen reduzierte Beiträge an. Wer längerfristig mehr verdient, muss höhere Beiträge entrichten. Ab einem Verdienst von 850 Euro monatlich leisten Studierende den vollen Beitragsanteil von 9,45%.

Krankenversicherung/Pflegeversicherung

Auch wenn sie neben dem Studium arbeiten, sind Studierende in der Regel studentisch und nicht als Arbeitnehmer krankenversichert. Somit müssen Studierende keine einkommensabhängigen Beiträge zur Krankenversicherung entrichten. Erst wenn Studierende mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten, müssen sie unter Umständen doch Beiträge zur Krankenversicherung leisten, dies sollte mit dem Arbeitgeber geklärt werden.

Um bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei in der Familienversicherung zu bleiben, darf das monatliche Brutto-Einkommen 385 Euro bzw. 450 Euro bei einer geringfügigen Beschäftigung nicht übersteigen.

Arbeitslosenversicherung

Studierende leisten in der Regel keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Das heißt aber auch, dass sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, wenn sie ihren Nebenjob verlieren.

Mit oder ohne Steuernummer?

Wer in Deutschland arbeitet, braucht in der Regel eine Steuernummer. Diese erhältst du im Bürgeramt deines Wohnortes. Allerdings gibt es auch so genannte geringfügige Beschäftigungen (Minijob); dafür benötigst du in der Regel keine Lohnsteuerkarte.

Grundsätzlich gilt: Für die verschiedenen Beschäftigungsformen fallen auch verschiedene Sozialabgaben an.

Geringfügige Beschäftigung = 450 Euro Job = Minijob

Wenn Studierende längerfristig eine Beschäftigung ausüben, mit der sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, gilt die so genannte Mini-Job Regelung: Sie müssen keine Steuern bezahlen und können sich von den Beiträgen zur Rentenversicherung befreien lassen.

Der Arbeitgeber jedoch zahlt für die Mini-Jobber Beiträge zur Rentenversicherung; sie erwerben so Ansprüche in der Rentenversicherung. Studierende können den Beitrag des Arbeitgebers durch eigene, freiwillige Beiträge zusätzlich erhöhen.

Minijobs werden vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Wenn du gleichzeitig mehrere Minijobs ausübst, muss das Gesamteinkommen unter 450 Euro bleiben. Ansonsten musst du Steuern bezahlen.

Mehr als geringfügige Beschäftigung

Wenn du in deinem Job regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdienst, brauchst du in Deutschland eine Steuernummer. Es werden automatisch bestimmte Abzüge vom Lohn einbehalten: Für Studierende ist dies der Beitrag zur Rentenversicherung sowie die Steuern. In der Regel erhalten Studierende ihre Steuern am Jahresende jedoch wieder zurück. Dazu müssen sie beim Finanzamt eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

Wie viel Prozent ihres Einkommens als Beitrag zur Rentenversicherung abgeführt wird, hängt von der Höhe des Einkommens ab. Liegt das Einkommen zwischen 450 und 850 Euro, fallen reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung an. Die Beiträge steigen schrittweise an, ab 850 Euro monatlichem Einkommen zahlen Studierende den vollen Rentenversicherungsbeitrag von 9,45 Prozent.

Studierende, die bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, können in ihrer studentischen Krankenversicherung versichert bleiben. Bei mehr als 20 Stunden Arbeit pro Woche fallen neben den Beiträgen zur Rentenversicherung in der Regel auch Beiträge zur Krankenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung an!

Arbeiten in den Semesterferien ("vorlesungsfreie Zeit")

Während der Semesterferien gelten besondere Regelungen für Studierende.

Jobs während der Semesterferien sind steuerpflichtig, aber auch hier erhalten Studierende die bezahlten Steuern am Jahresende über den Einkommensteuerausgleich zumeist zurück.

Fällt die Beschäftigung ausschließlich in die vorlesungsfreie Zeit, so müssen Studierende keine gesonderten Beiträge zur Krankenversicherung bezahlen, selbst wenn sie mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Während der Semesterferien kann die Pflicht entfallen, in die staatliche Rentenversicherung einzahlen zu müssen: Das gilt, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf höchstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr beschränkt ist.

Honorarkräfte, Werkverträge, freiberufliche oder selbstständige Tätigkeiten

Manchmal werden Studierenden auch Tätigkeiten auf freiberuflicher Basis angeboten. Wenn Studierende selbständig arbeiten, benötigen sie keine Lohnsteuerkarte.

In diesem Fall bittet der Arbeit- oder Auftraggeber sie meistens, eine Rechnung einzureichen, oder es wird ein Werkvertrag vereinbart.

Einnahmen, die man so erzielt, werden vorläufig nicht versteuert. Mann muss diese Einnahmen jedoch am Jahresende beim Finanzamt melden und eine Einkommenssteuererklärung einreichen.

Achtung: Internationale Studierende, die nicht aus der EU oder dem EWR kommen, dürfen in der Regel keine selbstständigen Tätigkeiten ausüben!

Hilfreiche Links und Informationen:

  • Erklärvideo „Tipps für internationale Studierende – Wie finanziere ich mein Studium in Deutschland“
    www.youtube.com...

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